Hallanzeiger - Online Anzeiger für Halle Saale Montag, 20.11.2017
Startseite Archiv • Kontaktformular

Salon am Stadtbad

Charme & Chic

Hallescher Schlüsseldienst GmbH

monsator Hausgeräte Halle Gmbh

Pflege

Aktuelles
Lokalnachrichten    
Polizeimeldungen    
Aus dem Rathaus    
Sachsen-Anhalt Info    
Verbrauchertipps    
Vermischtes    
Anzeigenmarkt
Kleinanzeigenmarkt    
Branchen von A-Z    
Wohnungssuche    
Tiervermittlung    
Freizeit
Kino, Theater & mehr    
Was? Wann? Wo?    
Essen & Trinken    
Infothek
Bücherbord    
Links für Hallenser    
Hobbytipps    
Leserbriefe    
Service
Notrufnummern    
Tiernotdienst    
Apothekennotdienst    
Behördenwegweiser    
Schadstoffmobiltour    
Sperrmüllentsorgung    
Postleitzahlen    
Wir über uns
Kontakt    
Werbung    
Bannerwerbung    
Datenschutz    
Impressum    
Sie befinden sich hier: BUECHERBORD » DIE EINZELHEIT

Rezension

Die Einzelheit

Gespräche, Porträts und Kritiken zur Gegenwartsliteratur

von Bernd Heinrich

"Die Einzelheit" - ein schmales Bändchen - ist seit geraumer Zeit auf dem Buchmarkt. So still und bescheiden, wie der Germanist Klaus Pankow, langjähriger Verlagslektor für Philosophie und Kulturgeschichte in der Verlagsgruppe Gustav Kiepenheuer Leipzig und Weimar und jetziger Mitarbeiter der Pressestelle der Stadtverwaltung Halle daherkommt, so inhalts- wie genussreich und gewinnbringend zu lesen sind seine Gespräche, Porträts und Kritiken zur Gegenwartsliteratur, gleichsam eine Reise durch die jüngere Literaturgeschichte.

Dabei darf der Leser teilhaben an zwei tief lotenden Interviews mit Walter Jens in den Jahren 1987, also vor dem Mauerfall, und 1992 nach der Grenzöffnung, erfährt von Franz Fühmanns Projekt-Torso "Bericht eines Scheiterns", liest Pankows sprachlich fein nuancierte Rezensionen zu zwei Büchern von Kerstin Hensel und einem höchst interessanten Dramolett "Dichtung und Prawda". Bei dem Letzterwähnten geht der eben 60-jährige Pankow äußerst subtil, gefühlvoll mit dem Thema um, zur Sinnsuche zwischen den Zeilen geradezu herausfordernd.

Der Lesende, sagt Pankow, sei ein Liebender. "Lauter Verrisse" seien seine Sache nie gewesen. Es sei ein Glück, sich in einem Buch zuhause zu fühlen. Das habe mit Freude an klarer Sprache und an guten Geschichten zu tun. "Mein ganzes Leben lang durfte ich lesen und gelegentlich darüber schreiben, welch ein Privileg!"

Insofern ist das schmale Bändchen, das im noch jungen halleschen Verlag von Roland Heinrich erschien, zweifelsohne ein Lesegenuss. Seien es Pankows Grüße zu Martin Walsers 65. Geburtstag, Kritiken über Texte von Peter Handke oder Botho Strauß, ein Gespräch mit Winfried Völlger, die Vorstellung und Besprechung neuerer Gedichte von Christoph Kuhn als "ruhige und welterfahrene Antworten aus der Provinz", alle Gespräche, Porträts, Glossen, Besprechungen und persönliche Reflexionen zeugen von der Verantwortung des Schreibenden, auch von seinen Zweifeln und Erfolgen. Weitere exzellente Beiträge betreffen - die Aufzählung ist nicht als Wertung zu verstehen - Ernst Jandl, Adolf Muschg, Karin Kiwus, Lothar Walsdorf. Arnfried Astel und Peter Schütt.

Ironisch, sarkastisch, witzig zu lesen und deshalb aus dem ohnehin ebenso qualitäts- wie gehaltvollen Konvolut herausragend ist "Baden gehen". Hier schreibt Pankow kritisch über den ersten gesamtdeutschen Schriftstellerkongress, der keinen Streit, keine Analyse, aber zweieinhalb Tage lang Reden und Reden brachte: "Der Kongress geht baden, Rainer Kirsch geht in die Sauna." - Das ist eine Pointe!

Rezension von Bernd Heinrich

Klaus Pankow, Die Einzelheit, Gespräche, Porträts und Kritiken zur Gegenwartsliteratur.
www.rohe-verlag.de,
109 Seiten, 9,80 Euro.
ISBN: 978-3942249-00-3.
Bestellung: info@rohe-verlag.de


 

Seite bereitgestellt in 0.091s - © 2001 - 2017 wag