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Sie befinden sich hier: BUECHERBORD » KOEHLMEIER SONNTAGSKIND

Rezension

...auch das geheimste aller geheimen Märchen

48 Märchen und Sagen von Michael Köhlmeier in "Das Sonntagskind“

von Bernd Heinrich

Sie sind weitererzählt und aufgeschrieben worden, weitererzählt und aufgeschrieben, wieder weitererzählt... - Märchen, Sagen und Legenden. Die Rede ist von Sonntagskindern und Teufeln, Zwergen und Gespenstern, Rittern und Geistern, Bettelmönchen und Handwerksburschen, Hund und Katz', Gold und Eisen, Schlössern und Burgen.

Der begnadete Meistererzähler Michael Köhlmeier (62), ein unermüdlicher und umgemein fleißiger Sagen- und Märchensammler, -kenner und -erzähler wie kaum ein zweiter heutzutage, hat sich die Geschichten aus der Steiermark und Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Innsbruck, Graz, Vorarlberg und Kärnten und aus dem Burgenlandkreis erzählen lassen und für uns in „Das Sonntagskind“ niedergeschrieben. In jeder geradezu klassischen bis weitgehend unbekannten Geschichte - sagt der studierte österreichische Politikwissenschaftler, Germanist, Mathematiker und Philosoph – erzählt er auch von sich, schweift ab, fabuliert, bereichert den Originaltext mit seiner Phantasie. Er entfernt sich von der Urfassung und kehrt auf allerlei verschlungenen Ab- und Umwegen zurück zur Urfassung, mit stets am Ende fast entschuldigenden Worten: „...hat man mir die Geschichte erzählt – so oder so ähnlich...“.

Ebenso vielschichtig, lebendig, kurzweilig, unterhaltsam, abwechslungsreich, ja, im positiven Sinne umtriebig, wie die Texte daherkommen, liest sich die (unvollständige) Auflistung des Köhlmeierschen Kunstschaffens. Neben fast drei Dutzend Novellen, Romanen und Erzählungen, weiteren Feuilletons und kürzeren Texten, Hörspielen und Drehbüchern, auch mehreren Liedtexten schrieb der Vorarlberger die Oper „ioipipoppiopoipi“ und das Libretto zur Oper „Die Welt der Mongolen“.

Der Superlative ist kein Ende: „BR-alpha sendet seit 2007 eine 80-teilige Sendereihe „Mythen – Michael Köhlmeier erzählt Sagen des klassischen Altertums“. Das gleichnamige, ungeheuer erfolgreiche Buch ist ins Französische, Griechische, Spanische, Rumänische, Slowenische, Türkische und Koreanische übersetzt worden. Für sein bisheriges Schaffen wurde der in Hohenems und in Wien lebende freie Schriftsteller unter anderem mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis, dem Grimmelshausen-Preis, dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien und zuletzt 2011 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis geehrt.

Im „Sonntagskind“ begegnen wir Leser dem lieben Augustin, Kaiser Friedrich Barbarossa, den Königen Leopold V. von Österreich und Richard von England. Wir lesen die traurig-tragische Geschichte vom herzensguten Sebastian Inwendig, erfahren, was sich verbirgt hinter der Bezeichnung Raudale, was es mit dem Schusterstein bei Grein über der Donau auf sich hat und dass Hagebutten in Österreich Hetscherln heißen. Dem Vernehmen nach enthält der 320 unterhaltsame Seiten starke Band neben 47 weiteren Geschichten „das geheimste aller geheimen Märchen“ und am Ende geht es in der allerletzten „zum letzten Mal um den Teufel, den Hund den dreckigen, den verdammten Saubeutel, den affenarschigen Rotkopf“.

Köhlmeier ist einfach köstlich! Dem Verlag Deuticke sei Dank!

Rezension von Bernd Heinrich

Michael Köhlmeier, Das Sonntagskind, Märchen und Sagen aus Österreich
Deuticke Verlag, 2011
320 Seiten, 19,90 Euro,
ISBN 978-3-552-06156-9

 

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