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Rezension

Eine Liebeserklärung an unser Bundesland

"Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt" - herausgegeben von Harald Meller und Alfred Reichenberger

von Bernd Heinrich

Das größte Fachwerkhaus Europas mit 110 Metern Länge steht in Halles Franckeschen Stiftungen ... Anna von Dänemark, Ehefrau Herzog Augusts von Sachsen, gilt gemeinhin als "erste deutsche Apothekerin" ... Mit der Benennung ihres Ortes vergewisserten sich die Mitglieder der Herrenhuter Brüdergemeinde als erste Einwohner von Gnadau bei dessen Gründung 1767 der Gnade Gottes ... Zum Fundus des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle mit über 12 Millionen Exponaten zählt der mit 80.000 Jahren älteste Fingerabdruck der Welt ... Der Historiker und Schriftsteller Franz Kugler schrieb erst 18-jährig das Gedicht "An der Saale hellem Strande..."... Die sagenhaften Bergknappen Nappian und Neuke sollen um 1290 am Kupferberg bei Hettstedt Kupferschiefererze entdeckt haben...

All diese und unzählige weitere Geschichten, Anekdoten und Informationen, auch Kuriositäten enthalten die "Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt" - so der nüchtern-sachliche Titel des vom Landesamt für Denkmalpflege edierten, im doppelten Sinne gewichtigen Bild-Text-Bandes. Auf 392 Seiten stellen 66 Autoren 118 Denkmale an 77 Orten Sachsen-Anhalts vor. Dabei keineswegs einen Überblick, vielmehr lediglich überaus facettenreiche Einblicke in den kulturellen Reichtum Mitteldeutschlands zu ermöglichen, ist der geradezu Schwindel erregenden Anzahl an Kulturdenkmälern geschuldet. Mit 29.000 Baudenkmalen und geschätzten 100.000 archäologischen Fundstellen gilt Sachsen-Anhalt als das Kernland deutscher Geschichte. Es zählt zu den an Kulturdenkmälern reichsten Bundesländern in Deutschland und sucht in ganz Mitteleuropa seinesgleichen.

Sie hätten lediglich eher zufällig ausgewählte Orte und mit ihnen verbundene Personen stellvertretend in den Band aufgenommen. Bereits die "Auswahl aus der Auswahl" ähnelt der Unmöglichkeit, einen Karton zu erfinden, der innen größer ist als außen...

Berücksichtigung finden unter anderem die Schlösser Blankenburg, Allstedt, Neuenburg, Goseck, Hundisburg, Leitzkau, Mansfeld, Wittenberg, Wernigerode und Pretzsch, die Burgen Regenstein, Falkenstein, Giebichenstein, Moritzburg und Querfurt, die Klöster Drübeck und Memleben, die Pfalz Tilleda und die Arche Nebra, das Dessauer Bauhaus und Ferropolis, Reichardts Garten in Halle und die Himmelscheibe von Nebra, die Stiftskirchen Quedlinburg und Gernrode, die Schlosskirche zu Wittenberg, der Stadtgottesacker in Halle...

Schier endlos ist die - auch hier unvollständige - Nennung ausgewählter historischer Personen und Persönlichkeiten: Johann Gottfried Borlach, Käthe Kruse, Thomas Müntzer, Walter Gropius, Friedrich Ludwig Jahn, Eike von Repgow, Paul Gerhardt, Konrad von Krosigk, Lyonel Feininger, August Hermann Francke, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Ernst Borlach, Otto von Guericke, Gottfried August Bürger, Otto von Bismarck, Max Klinger, Theodor Fontane; Johann Joachim Winckelmann, Katharina die Große...

Damit wollen sie Appetit machen, Neugierde wecken auf weitere Entdeckungen, anregen, sich selbst auf die Reise in unsere Historie zu begeben, schreiben die Herausgeber Harald Meller und Alfred Reichenberger. Beispielsweise ans Pretziener Wehr, in die Dorfkirche von Osterwohle, das älteste deutsche Solbad in Schönebeck-Salzelmen, das Stöckheimer Großsteingrab, die Kattegruft in Wust oder die Stiftskirche in Walbeck.. Was bleibt Meller und Reichenberger auch anderes übrig: einerseits die enorme Fülle in der Existenz von 2.000 Kirchen, 100 Burgen, 166 Schlössern und Herrenhäusern, 100 historischen Parks und Gärten, auf der anderen Seite der Zwang zur schier unmöglichen Beschränkung.

Helf er sich: dieser schwierige Spagat ist allen Beteiligten an diesem außergewöhnlichen Kompendium hervorragend gelungen. Die Texte sind kenntnisreich, informativ, kurzweilig, unterhaltsam. Die ebenso brillianten wie durchweg bereichernden Fotografien stammen fast ausnahmslos von Juraj Lipták. Schließlich ist Brigitte Parsche für das sorgfältige wie kenntnis- und ideenreiche Layout dieses "Füllhorns" der Geschichte Sachsen-Anhalts zu beglückwünschen. Entstanden ist ein Band der Superlative, ein Prachtband, der Maßstäbe setzt für mögliche Nachfolger.

Seine Realisierung dankt das Buch Unterstützung durch das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt und der finanziellen Hilfe durch die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH.

Indes: der reich bebilderte Band ist weder ein Nachschlagewerk noch ein Reiseführer, auch kein Heimatbuch nach herkömmlichem Verständnis. Die "Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt" sind mehr. "Sie sind eine Liebeserklärung an Sachsen-Anhalt", schreiben die Herausgeber. Dem stimmt der Rezensent uneingeschränkt zu.

Die "Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt" sind im gut sortierten Buchhandel als auch über das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), Telefon: 0345 / 5247-368 - www.lda-lsa.de - erhältlich.

Rezension von Bernd Heinrich

Harald Meller und Alfred Reichenberger (Hrsg.): Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt,
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2011,
392 Seiten, zahlreiche Farbtafeln, 39,90 Euro,
ISBN: 978-3-939414-57-5

 

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