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Arbeitsagentur zieht Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2017/18

Halle. AfA. Das Ausbildungsjahr 2017/2018 ist statistisch beendet. Am 07. November hat die Hallenser Arbeitsagentur Bilanz gezogen - und schaut auf einen herausfordernden Ausbildungsmarkt zurück. Agenturchefin Petra Bratzke bringt die wichtigsten Entwicklungen auf den Punkt: "Wir sehen zunehmend, dass in einigen Branchen die Unternehmen Schwierigkeiten haben, alle ihre offenen Ausbildungsstellen zu besetzen."

Insgesamt 1.810 junge Männer und Frauen mit Ausbildungswunsch meldeten sich im zu Ende gegangenen Ausbildungsjahr bei der Agentur für Arbeit Halle, um das Beratungs- und Vermittlungsangebot anzunehmen. Das ist ein Minus von 172 gegenüber 2016/2017.

Auf der Angebotsseite des Markts ist ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Insge-samt wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 2.142 Lehrstellen gemeldet; das ist ein Plus um 26 gegenüber 2016/2017.

Nach wie vor sind geförderte Unterstützungsmaßnahmen beim Übergang von der Schule zum Beruf vorhanden, dies sind Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen Reha, Einstiegsqualifizierung oder auch geförderte Berufsausbildung möglich. Mit diesen Maßnahmen kann einerseits die Ausbildungsreife hergestellt werden, andererseits mittels Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen für benachteiligte Jugendliche Berufsausbildung zeitnah realisiert werden. Petra Bratzke rät, frühzeitige Angebote zur Berufsorientierung zu nutzen, wie zum Beispiel die Elternabende zur Berufsorientierung im BiZ der Arbeitsagentur oder den Tag der Berufe am 06.März 2019 in den Unternehmen.

"Allein auf die Zensuren im Zeugnis abzustellen, empfiehlt die Agenturchefin den Unternehmen nicht. Manch schlechter Schüler findet in der praktischen Arbeit Spaß und Bestätigung und entwickelt sich zum engagierten und fähigen Mitarbeiter. Für Unternehmen lohnt es sich, Zeit und Mühe in die Ausbildung von scheinbar weniger geeigneten Jugendlichen zu investieren. Und auch hier kann die Agentur für Arbeit unterstützen, z.B. mit Einstiegsqualifizierung, ausbildungsbegleitenden Hilfen und durch die assistierte Ausbildung," so Bratzke weiter.

Unbestritten ist, dass viele Jugendliche bei ihrer Berufswahl keine große Bandbreite im Blick haben. Von den mehr 1.810 Bewerbern gaben 85 als vorrangigen Wunsch Kfz-Mechatroniker und 127 Verkäufer/in an.
Auch die Geschlechterrollen sind klar definiert. Die Hitliste der Berufswünsche junger Frauen führen die Ausbildungsberufe Verkäuferin, Kauffrau Büromanagement und Kauffrau Einzelhandel an. Bei den jungen Männern dominieren die Berufswünsche Kfz- Mechatroniker vor Fachlagerist und Industriemechaniker.

Im abgelaufenen Berichtsjahr blieben letztlich 125 Ausbildungsplätze unbesetzt; das sind 23 mehr als im Vorjahr. 56 Mädchen und Jungen waren zum 30. September noch ohne einen Ausbildungsvertrag
Da der moderne Ausbildungsmarkt für junge Menschen sehr komplex ist und sich in ständiger Veränderung befindet, rät Petra Bratzke dringend dazu, die durchweg kostenlosen Beratungs- und Informationsangebote der Berufsberatung anzunehmen. Die Agentur für Arbeit Halle bietet Jugendlichen umfassende Unterstützung - angefangen von der beruflichen Orientierung im Rahmen des Schulunterrichts über die individuelle Beratung bis hin zur Vermittlung von Ausbildungsstellen. Die Eltern als wichtigste Bezugspersonen werden gerne eingebunden.


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