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Bundesfreiwilligendienst integriert

100ste Freiwillige über Freiwilligen-Agentur im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug

Halle. FWA. Ende 2015 startete das Sonderprogramm "Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug" mit dem Ziel, freiwilliges Engagement in der Flüchtlingshilfe zu stärken und auch Geflüchtete einzuladen, sich im Bundesfreiwilligendienst gesellschaftlich zu engagieren, Kontakte zu knüpfen und sich beruflich zu orientieren.

Über die Freiwilligen-Agentur Halle haben seitdem schon einhundert Freiwillige einen Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug begonnen. Sie engagieren sich in der Regel für zwölf Monate in Vereinen, Kirchengemeinden, Initiativen oder öffentlichen Einrichtungen der Stadt Halle und setzen sich für eine gelingende Integration ein. So wie Niloufar Golzadeh sind die meisten Freiwilligen selbst erst vor einiger Zeit nach Deutschland gekommen. Frau Golzadeh begleitet in ihrem Freiwilligendienst andere Geflüchtete zu Behörden- und Arztterminen oder gibt Tipps und vermittelt Kontakte zu Integrationsangeboten in Halle.

"Gerade für Geflüchtete ist der Bundesfreiwilligendienst eine wunderbare Möglichkeit zur Integration. Sie können sich mit ihren Erfahrungen einbringen, knüpfen Kontakte, verbessern ihr Deutsch, fühlen sich gebraucht und wertgeschätzt. Gleichzeitig erhalten die sozialen Einrichtungen Unterstützung bei ihrer Integrationsarbeit." weiß Olaf Ebert, Geschäftsführer der Freiwilligen-Agentur.

Als ein Angebot an Menschen jeden Alters ist der Bundesfreiwilligendienst gleichzeitig auch eine Phase der Orientierung und Bildung. Die Freiwilligen-Agentur organisiert daher ein breitgefächertes Bildungsprogramm mit Seminarangeboten und Exkursionen zur fachlichen, sozialen und interkulturellen Kompetenzentwicklung der Freiwilligen. "Gerade haben wir das einhundertste Seminar im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug durchgeführt. Das war ein Theaterworkshop, bei dem die Teilnehmenden mit den Ideen und Methoden des Theaters über Gemeinsamkeiten und Unterschiede reflektiert haben." berichtet Sarah Kairies, Projektleiterin für BFD der Freiwilligen-Agentur.

Das Sonderprogramm "Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug" endet mit einer Übergangszeit zum 31.12.2018. "Die Nachfrage nach einem Bundesfreiwilligendienst ist bei Menschen mit Migrationsgeschichte weiterhin sehr groß. Deshalb halten wir die aktuelle Pflichtdienst-Debatte für grundlegend falsch. Vielmehr sollten die positiven Erfahrungen und Wirkungen des Sonderprogramms für die Integration, Teilhabe und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft aufgegriffen werden, um auch im Regel-Bundesfreiwilligendienst gute Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen Menschen einen Freiwilligendienst ermöglichen." appelliert Olaf Ebert an die Verantwortlichen des Bundes und der Länder. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt seit Einführung des Sonderprogramms die Beratung und Qualifizierung von Einsatzstellen und Freiwilligen durch die Förderung der landesweiten Servicestelle Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (www.bfd-integriert.de).


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