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AOK unterstützt Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt beim betrieblichen Gesundheitsmanagement

Damit Forstarbeiter gesünder arbeiten

Weißenfels. AOK. Täglich an der frischen Luft, hier und da ein paar Bäume pflanzen oder mit der Motorsäge zu Fall bringen... Was kann es Schöneres und Gesünderes geben, als einen solchen Traumberuf? Waldarbeit ist in der Tat eine erfüllende Aufgabe - Forstarbeiter haben allerdings im wahrsten Sinne des Wortes einen Knochenjob, der den Körper stark belastet. Ein gemeinsames Projekt von Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt und AOK Sachsen-Anhalt setzt durch Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) darauf, dass der Traumberuf auch bis zum Rentenalter ausgeübt werden kann.
Die Gesundheitskasse ist landesweit in rund 1.100 Firmen mit den verschiedensten Aktionen aktiv. Die Angebote, von denen übrigens nicht nur AOK-Versicherte profitieren, reichen von Gesundheitstagen über branchenspezifische Maßnahmen, wie Rückenschulen, bis hin zu umfassenden Programmen, wie diesem. Für das BGM-Projekt wurde zwischen dem Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt und AOK-Sachsen-Anhalt eine, zunächst auf zwei Jahre ausgelegte, Rahmenvereinbarung geschlossen - mit Option auf Verlängerung.

Für die Gesundheit von Waldarbeitern

Einbezogen sind alle fünf Forstbetriebe im Land und die Betriebsleitung in Magdeburg. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. "Keiner verschließt sich, die Mitarbeiter sind gern bereit, mitzumachen", berichtet Holger Koth, Leiter des Forstbetriebes Süd, der für 21 000 Hektar Wald im südlichen Landesteil zuständig ist.
Schließlich hätten alle Beteiligten etwas davon. Insbesondere Waldarbeiter seien in ihrem Arbeitsalltag starken körperlichen Belastungen ausgesetzt, weil sie tagtäglich in der freien Natur körperlich tätig sind.

Die Statistik belegt, dass diese Berufsgruppe häufiger von Muskel-und-Skeletterkrankungen betroffen ist. Mit rund einem Viertel sind die meisten Krankheitsfehltage in diesem Bereich darin begründet.

Auf den richtigen Bewegungsablauf kommt es an, klärt AOK-Gesundheitsexperte Robby Huthmann Forstwirt Danny Kloska auf. | Foto: Mahler / AOK Sachsen-Anhalt.

Koth verweist zudem auf das hohe Durchschnittsalter der Beschäftigten in seinem Betrieb, das "jenseits der 55" liege. Schon daher sei es wichtig, etwas für die eigene Gesundheit zu tun, damit jeder wirklich bis zum Rentenalter zufrieden arbeiten kann.

Bewegungsapparat im Fokus
Das ist auch das Ziel von Danny Kloska. "Ich will langfristig fit bleiben", begründet der 43-jährige Forstwirt seine Teilnahme an dem Programm. Obwohl er relativ jung und durchtrainiert ist, spürt auch er manchmal, dass es bei der Arbeit im Rücken zwickt, selbst bei scheinbar leichten Tätigkeiten, wie dem Pflanzen. Loch bohren, bücken, Bäumchen in die Erde, Boden drauf, festtreten… Jeder Setzling wiegt zwar nur ein paar Gramm. Wer das jedoch über Wochen den ganzen Tag lang macht, weiß nicht nur, was er geleistet hat, sondern "kennt" anschließend auch alle seine Knochen.

AOK-Spezialist schult Forstleute
Alles über Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und was sonst noch zum Bewegungsapparat gehört, weiß Robby Huthmann. Und er weiß, wie man das Muskel-Skelett-System gesund erhält. Der Diplom-Gesundheitswirt hat das umfassende BGM-Programm erarbeitet, das er gemeinsam mit den Beschäftigten im Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt umsetzt. Den Auftakt bildet stets eine Analyse der Bewegungs- und Tätigkeitsabläufe der Forstwirte, bei der ungünstige Haltungs- und Bewegungsmuster sowie Fehlbelastungen der Wirbelsäule ermittelt werden. In Mitarbeiterveranstaltungen werden die Ergebnisse der Analyse vorgestellt und schließlich in der Praxis gegebenenfalls notwendige Veränderungen im Arbeitsablauf trainiert.

Der AOK-Spezialist schult die Mitarbeiter zum Beispiel, damit sie ihre Bewegungsabläufe optimieren, schmerzhafte Fehlbelastungen verhindern und sich den nötigen Ausgleich gönnen. Dazu "assistiert" er den Forstleuten bei ihrer Arbeit im Wald. "Ausfallschritt nach vorn und den Rücken leicht beugen", zeigt er Danny Kloska einen günstigen Bewegungsablauf beim Pflanzen. Dadurch werde die Wirbelsäule entlastet und die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls verringert. "Das funktioniert", ist der Forstwirt schon nach der ersten Trainingseinheit begeistert. Denn schnell merkt er, dass ihm die Arbeit leichter von der Hand geht und das "Zwicken" verschwindet.

Ergänzend bietet Huthmann eine individuelle Vermessung der Wirbelsäule (BackScan) an und wertet das Ergebnis gemeinsam mit dem jeweiligen Mitarbeiter aus. Dabei gibt er Tipps zur rückenschonenden Körperhaltung und zu individuellen Ausgleichs- und Entlastungsübungen.


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