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Modellprojekt "Mobile Teams" gestartet

Magdeburg. MJ/LSA. Ein jetzt in Sachsen-Anhalt gestartetes Modellprojekt soll Frauen und Kindern helfen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind und Schutz, Beratung, Begleitung und Unterstützung in einem Frauenhaus gesucht haben. Zwei Psychologinnen unterstützen die Frauen bei der Bewältigung ihrer aktuellen Lebenssituation und der Gewalterfahrung.

Umgesetzt wird das Modellprojekt durch die Magdeburger Stadtmission, mit einem Team, bestehend aus 2 Psychologinnen, die in den 5 Frauenhäusern an den Standorten Magdeburg, Burg, Wolmirstedt, Salzwedel und Stendal beginnen werden. Das Land stellt hierfür Haushaltsmittel in Höhe von 110.000 € für das Jahr 2018 zur Verfügung.

Gleichstellungsministerin Anne-Marie Keding sagte am Donnerstag in Magdeburg: "Gewalt hinterlässt nicht nur körperliche Spuren. Viele Frauen und Kinder sind durch Gewalterfahrung regelrecht traumatisiert. Sie brauchen professionelle Hilfe, damit auch die seelischen Verletzungen verheilen. Mit unserem Modellprojekt beginnen wir, schrittweise ein flächendeckendes Angebot zur psychosozialen Betreuung in den Frauenhäusern des Landes einzuführen."

Etwa jede 4. Frau musste mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Übergriffe durch den Partner erleiden. In den meisten Fällen handelte es sich um häusliche Gewalt.

Hilfe finden die Frauen in Sachsen-Anhalt unter anderem in den 19 Frauenhäusern mit ihren acht ambulanten Beratungsstellen. 2016 waren 663 Frauen und 622 Kinder in den Frauenhäusern des Landes untergebracht (aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor).

Keding sagte, das Land werde den Schutz der Frauen schrittweise weiter ausbauen. Hilfreich sei, dass Sachsen-Anhalt sich als eins von fünf Bundesländern am Bundesprojekt "Bedarfsanalyse und -planung zur Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" beteilige. Sachsen-Anhalt erhält dafür Bundesmittel in diesem Jahr in Höhe von 45.000 Euro. Im Rahmen des Gesamtprojektes des BMFSFJ erfolgt für die 5 Bundesländer eine wissenschaftliche Begleitung durch den Bund.

Grundlage des jetzt gestarteten Modellprojektes bilden der Koalitionsvertrag sowie der Landtagsbeschluss vom 02.09.2016 - Frauenhausarbeit langfristig sichern - Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder ausbauen (Drs. 7/327).


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