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Debatte über Herausforderungen in ambulanter Pflege

Bitterfeld-Wolfen. MS/LSA. Mehr als drei Viertel der Pflegebedürftigen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld werden ambulant versorgt, sagen die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes. "Das zeigt, wie unerlässlich eine gut funktionierende ambulante Pflege ist", sagt Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne im Rahmen des achten Runden Tisches Pflege. Grimm-Benne diskutierte vor Ort mit Fachleuten in den Räumen eines privaten Pflegedienstes in Bitterfeld-Wolfen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der ambulanten Pflege.

Dass die Vergütungen für die ambulante Pflege in Sachsen-Anhalt bundesweit unterdurchschnittlich seien, stelle ein Problem dar, machte Grimm-Benne deutlich. Dennoch führen die gesetzlichen Vorgaben durch das neue Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) auch in Sachsen-Anhalt in die richtige Richtung. Demnach werden beispielsweise längere Wegezeiten für Pflegekräfte vor allem im ländlichen Raum durch Zuschläge vergütet.

Chancen für die ambulante Pflege gibt es den Akteuren zufolge auch im Bereich der Digitalisierung. Durch den Einsatz digitaler Technologien können Pflegekräfte in den Bereichen der Pflegedokumentation, Abrechnung von Pflegeleistungen, Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Dienst- und Tourenplanung entlastet werden können.

In Sachsen-Anhalt gibt es laut Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2017 insgesamt 613 Pflegedienste, die mehr als 30.000 Pflegebedürftige betreuen. Rund zwei Drittel sind in privater, ein Drittel in Trägerschaft der freien Wohlfahrtspflege. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld werden mehr als Dreiviertel aller Pflegebedürftigen von ambulanten Diensten versorgt.

Aktuell sind im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 27 Prozent der Menschen 65 Jahre und älter. Rund 8600 Männer und Frauen gelten als pflegebedürftig, davon werden 6700 zu Hause gepflegt, bei 2700 von ihnen unterstützen 52 ambulante Dienste mit insgesamt mehr als 1100 Fach- und Hilfskräften die pflegenden Angehörigen.

Hintergrund
Das Format des Runden Tisches gibt der Pflege in Sachsen-Anhalt eine starke Stimme. Zu wechselnden Themenbereichen und an verschiedenen Orten im Land debattieren Träger, Vereine, Verbände, Wissenschaft, Gewerkschaftsvertreter und Politiker miteinander. Gemeinsam mit allen Akteuren soll zu drängenden Fragen und Problemen im Pflegebereich möglichst frühzeitig Lösungen gefunden werden. Ziel ist es, die Facetten der Pflege aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und der Politik berücksichtigende Aspekte an die Hand zu geben.


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